Binswanger Ried

Binswanger Ried

Wie der Ortsname schon sagt gab es in Binswangen früher größere Ried- und Binsenflächen. Durch Drainagen wurden die  Flächen trockengelegt und die Feuchtgebiete  in Ackerflächen umgewandelt. 1990 funktionierten die Drainagen nicht mehr richtig. Dies hatte zur Folge, dass zunächst einige Krautgärten wieder vernässten. Unter den betroffenen Grundstücken war auch eines der Gemeinde. Der Pächter gab die Bewirtschaftung auf und das Grundstück wurde zur Pacht ausgeschrieben. Interessenten gab es außer unserem zweiten Vorstand keine.  Nach einiger Zeit wurde die Vernässung immer größer. Die Ursache war, dass die Gemeinde der Unterhaltung der Drainagen nicht nachkam. In den folgenden Jahren siedelte sich Schilf und weitere Pflanzen der Feuchtwiesen an. Nun wollte unser damaliger Bürgermeister die Vernässung und das entstehende Feuchtgebiet beseitigen. Nachdem es seit 1991 das Biotopschutzgesetz gab, waren Riedflächen über 400 qm geschützt. Auch die Prüfung durch die Untere Naturschutzbehörde ergab kein anderes Ergebnis. Doch damit war die letzte Instanz noch nicht erreicht. Das Regierungspräsidium wurde eingeschaltet, aber auch hier die gleiche Aussage: Biotop nach §29 Biotopschutzgesetz.  Eine kleine Episode zum Thema Interessenskonflikt. Von der Idee unseres damaligen BM eine Straße durch das Sumpfgrundstück zu bauen war damals noch nichts bekannt. Die Straße wird momentan auch gebaut,  aber um die Riedfläche herum. Aus technischen Gesichtspunkten wäre die Straße über die zwei Meter tiefe Sumpfschicht schwer zu realisieren gewesen. 1998 kauften wir zwei vernässte Grundstücke im Biotop. Bedingt durch Ausgleichsflächen für Bebauung und den Straßenbau ist die Fläche des Biotop Riedwiesen auf eine Fläche von 1,5 Hektar angewachsen. Nicht nur für die Einwohner Erlenbach-Binswangens ist das am Ortseingang befindliche  Binswanger Ried, eine Bereicherung des Landschaftsbildes.