Erhalt und Pflege von Streuobstwiesen

Streuobstwiesen sind eine der schönsten und vielfältigsten Elemente unserer Kulturlandschaft. Von der Blüte der Bäume  im Frühjahr bis zur Obsternte im Herbst und dem Blütenteppich der Wiesen von Mai bis zum Spätjahr bietet dieser Lebensraum dem Mensch und der Natur ein lebens- und liebenswertes Umfeld. Gemäß dem Motto des Naturschutzbundes Für Mensch und Natur nehmen die Streuobstwiesen den größten Teil unserer Vereinsarbeit ein. Um den Lebensraum Streuobstwiese traditionell zu erhalten bedarf es, wie man Neudeutsch sagen würde ein Streuobstwiesenmanagement. Mit viel Enthusiasmus aber wenig Ahnung von der Wiesenpflege und dem Baumschnitt begannen wir 1988 mit unserem Engagement zur Erhaltung der Streuobstwiesen. Durch den Besuch von Baumschneidekursen und dem Studium von Literatur zum Obstbaumschnitt waren wir bald in der Lage Streuobstbäume sach- und fachgerecht zu schneiden. Auf den von uns betreuten Wiesengrundstücken befinden sich ungefähr 200  Hochstämme. Heute halten wir selbst jährlich einen Baumschneidekurs ab. Einen Teil des Schnittgutes nutzen wir für unseren Holzbackofen. Es liegt uns aber nicht nur der Erhalt der noch vorhandenen Bäume am Herzen, sondern auch die Verjüngung des überalterten Streuobstbestandes. Seit 1989 haben wir ungefähr 120 Hochstämme nachgepflanzt.

Die Wiesenpflege haben wir sozusagen von der Pieke auf gelernt. Von der Sense über den Balkenmäher sind wir nun mit dem Vereinstraktor, eigenem Heuwender- und Schwader und einem Balkenmäher im Einsatz. Den 2001 für fast 3000 € angeschafften Balkenmäher wurde uns nach drei Jahren gestohlen, so dass ein neuer gekauft werden musste. Die Maschinen werden in Eigenleistung unterhalten. Um die Maschinen zentral unterzubringen fehlt uns momentan noch der Platz.  Deshalb werden wir in Kürze an unserem Schafstall beim Vereinsheim einen Maschinenunterstand für vier Maschinen anbauen. Das Baugesuch ist bereits genehmigt. Mit dieser Unterstellmöglichkeit haben wir dann ausreichend Platz auch eine  Heuballenpresse unterzustellen.  Mit dem geplanten Erwerb einer Ballenpresse wären wir dann vollständig ausgerüstet.

Vor zwanzig Jahren hätte keiner von uns gedacht einmal eine Fläche von über fünf Hektar zu bewirtschaften. Die Fläche wächst  fast jährlich. Dieses Jahr kommen nun weitere 50 ar dazu. Es ist nicht nur damit getan die Wiesen zu mähen, sondern das Mähgut will auch noch vermarktet sein. Wohin mit 500 bis 600 Ballen Heu? Für unsere Schafe benötigen wir nur 50 Ballen im Jahr. Landwirte mit Tierhaltung gibt es seit einigen Jahren bei uns nicht mehr. Zu beginn unser Arbeit brachten wir das Mähgut noch zu einem Landwirt mit Milchkuhhaltung, der die Viehhaltung leider abgeschafft hat. Wir haben nun einige Pferdehalter die uns das Heu gerne abnehmen. Unsere Wiesen werden nicht gedüngt und sind biozertifiziert. Dies zeigt sich nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Gelände. Auf den überwiegend mageren Standorten  findet sich eine große Artenvielfalt der heimischen Flora und Fauna.

Das Obst geben wir beim Steinkauzapfelsaft ab. Nicht alles natürlich. Für eigenen Saft und  a Möstle  muss es auch noch reichen.