Landschaftspflege mit Schafen

Die Idee

Nachdem 1998 auch der letzte Landwirt in unserem Ort seine Nutztierhaltung aufgab, stellte sich für den NABU ein Problem. Die Trockenwiesen und Magerrasen, die bis dahin eine wichtige Futterquelle für Kühe darstellte, hatte nun keinen Verwendungszweck mehr. Um diese Biotope zu erhalten, was das 2malige mähen und abräumen des Schnittgutes bedeutet, stellte sich die Frage: Wohin mit dem Gras? Die Antwort war nicht schwer und bald war die Idee der Schafhaltung geboren. Lange Diskussionen, ob und wie sich diese Idee verwirklichen lässt, folgten. Bei verschiedenen erfahrenen Schafzüchtern wurden Informationen eingeholt und Bücher wurden gekauft. Die Entscheidung fiel dann auf Kamerunschafe, da diese sehr robust, pflegeleicht und kälteunempfindlich sind. Schließlich wurden vor allem durch die Entschlossenheit und Motivation einiger Jugendlicher, darunter Markus Lutsch und Jörg Meier, die Gedankengänge bald in die Tat umgesetzt.

Die Umsetzung

Am 06.05.1999 war es dann soweit, die ersten zwei Schafe grasten auf der Wiese. In den folgenden Wochen wurde die kleine Herde um weitere drei Schafe und einen Bock erweitert. So lief nun das alleine von Jugendlichen zwischen 15 und 18 geleitete Projekt auf Probe. Alles lief gut und so entschloss man sich in einen transportablen Elektrozaun zu investieren, um unterschiedliche Wiesen flexibel abzuweiden. Recht schnell stand auch fest, dass die Schafe über den Winter da bleiben und kurzentschlossen bauten die jungen Schafzüchter einen kleinen Stall. Um auch für den Winter Futtervorräte zu haben wurde im Hochsommer das eigene Heu gemacht. Bald schon gab es die ersten Lämmer, die Herde wurde größer und es zeigte sich, dass die Idee und Verwirklichung der Schafzucht sehr positive Auswirkungen hatte; schon im Hinblick auf die extensive Nutzung der Streuobstwiesen. Im Laufe der Jahre hat sich die Arbeit mit den Schafen eingespielt und auch anfallende Aufgaben wie Hufpflege oder Entwurmungskuren sind kein Problem mehr. Mit einer Herde von 12 Schafen, die im Veterinäramt gemeldet sind heiß es jetzt: Naturschutz und Landschaftspflege mit „ökologischen Rasenmähern“.